Kostenlos Englisch sprechen üben heißt: kurze Sätze laut wiederholen, deinen nächsten Anruf vorab als Rollenspiel durchspielen und Fehler sofort korrigieren. Sechs typische Deutsch-Englisch-Fehler kosten dich am Telefon die meisten Nerven: „become" statt „make", das harte „sink" statt „think", „until" statt „by", „I have 36 years", barsches „Repeat?" und das falsche „informations". Sag die Korrektur fünfmal laut, dann sitzt sie.
Dein Tutor heute
Morgen ein Anruf bei der Hausverwaltung, übermorgen ein Elterngespräch in der Schule, und Freitag noch ein Rückruf in der Arztpraxis. Alles auf Englisch. Und du sitzt schon jetzt mit feuchten Händen am Küchentisch, oder?
Dann ist diese Liste für dich. Keine Klassenraum-Grammatik, keine Vokabelkarteikarten. Nur die sechs Fehler, die ich bei Neuangekommenen wie dir immer wieder höre, und genau die Korrektur, die deinen nächsten Anruf entspannter macht. Du übst das alles kostenlos, ohne Termin, ohne dass jemand die Augen verdreht.
Was heißt eigentlich „kostenlos Englisch sprechen üben”? Es heißt: kurze Sätze laut wiederholen, deinen nächsten echten Anruf vorab als Rollenspiel durchspielen und Fehler sofort korrigieren, statt sie zu schlucken. Sechs typische Stolpersteine hat fast jeder Deutschsprachige am Telefon. In den nächsten Minuten siehst du den falschen Satz, den richtigen Satz und warum der Unterschied am anderen Ende der Leitung sofort ankommt.

1. „I become an appointment”: das berühmte „become”-Problem
Der Fehler. Du rufst die Praxis an und sagst: „Hello, I would like to become an appointment.” Am anderen Ende stutzt jemand kurz. Denn auf Englisch heißt to become nicht bekommen, sondern werden. Du hast gerade gesagt, du möchtest ein Termin werden.
Die Korrektur. „Hi, I’d like to make an appointment, please.” Oder noch einfacher: „Hi, I need to book an appointment with Dr. Miller.” Merk dir die drei Verben: make, book, schedule an appointment. Drei Verben, eine Aufgabe. Become benutzt du nur dort, wo du wirklich etwas wirst (a doctor, a parent, nervous).
Dieser eine Fehler löst sich oft in einem einzigen lauten Durchgang auf. Sag den richtigen Satz fünfmal laut, bevor du wählst. Dein Mund speichert die neue Version.
Sag den richtigen Satz fünfmal laut, bevor du wählst. Dein Mund speichert die neue Version, nicht dein Kopf.
Tama
2. „I sink so”: das berüchtigte „th”
Der Fehler. Du willst sagen „I think so”, aber raus kommt „I sink so” oder „I tink so”. Die Person am Telefon hört sinngemäß: „Ich versinke.” Nicht ideal beim Arzttermin.
Die Korrektur. Zunge zwischen die Zähne, leicht herausstrecken, dann Luft durchschieben. Think. Thanks. Thursday. Das fühlt sich peinlich an, ich weiß. Genau deshalb übst du es nicht im Meeting, sondern allein, laut, am besten zehnmal hintereinander vor dem Spiegel.
Ein kleiner Trick aus meinem Unterricht: Sag dir innerlich „Zungenspitze kurz zeigen”, bevor du das Wort herauslässt. Nach drei Tagen sitzt es, ehrlich. Und falls dir beim ersten Versuch ein bisschen Speichel entwischt: willkommen im Klub, das gehört dazu.

3. „I send it until Friday”: „until” und „by” verwechseln
Der Fehler. Du schreibst der Hausverwaltung: „I will send the documents until Friday.” Auf Englisch klingt das, als würdest du pausenlos Dokumente schicken und am Freitag damit aufhören. Niemand will das.
Die Korrektur. „I’ll send the documents by Friday.” By heißt „spätestens am”. Until heißt „bis zu dem Moment, in dem etwas aufhört”. Faustregel: Wenn ein Deadline-Datum kommt, nimm by. Wenn etwas durchläuft („I’m here until 5 p.m.”), nimm until.
Teste dich kurz: „Please reply ___ Monday.” Welches Wort? Genau, by. „The office is open ___ 6 p.m.” Genau, until. Zwei Wörter, ein Trick, den niemand mehr falsch macht, sobald er ihn einmal laut ausgesprochen hat.
4. „I have 36 years”: die Alters-Falle
Der Fehler. Die Sprechstundenhilfe fragt nach deinem Alter, und du antwortest reflexhaft: „I have 36 years.” Im Deutschen, Spanischen oder Französischen hat man Jahre. Im Englischen ist man eine Zahl.
Die Korrektur. „I’m 36.” Fertig. Kein years old nötig, außer du willst es betonen: „I’m 36 years old.” Gleiches Muster überall: „I have hunger” wird „I’m hungry.” „I have cold” wird „I’m cold.” „I have right” wird „I’m right.”
Englisch macht aus Zuständen ein to be. Wenn du das einmal verinnerlichst, fallen zehn Fehler auf einmal weg, und du klingst sofort eine Stufe natürlicher.
Englisch macht aus Zuständen ein „to be". Wer das einmal versteht, korrigiert zehn Fehler auf einmal.
Tama
5. „Repeat, please?”: höflich, aber nicht zu kurz
Der Fehler. Du verstehst die schnelle Stimme am Telefon nicht und schießt zurück: „Repeat, please?” oder „What?” Grammatikalisch okay. Klanglich kratzig. In den USA oder in Großbritannien klingt das eher nach einem ungeduldigen Chef als nach einer freundlichen Nachfrage.
Die Korrektur. Bau einen kurzen Puffer ein. Drei Sätze, die du dir heute schon merken kannst:
- „Sorry, could you say that again, please?”
- „I didn’t catch that, would you mind repeating?”
- „Could you speak a little slower? My English is still warming up.”
Der letzte Satz ist Gold wert. Du gibst zu, dass Englisch nicht deine Muttersprache ist, und die meisten Menschen wechseln sofort in einen langsameren, freundlicheren Modus. Ehrlichkeit schlägt Perfektion, jedes Mal.
6. „Informations” und „advices”: das stille Plural-S
Der Fehler. „I need more informations about the lease.” Oder: „Do you have any advices for me?” Auf Deutsch funktioniert das, weil wir Plural lieben. Auf Englisch klingt es sofort nach Anfänger.
Die Korrektur. Beide Wörter sind im Englischen uncountable, also unzählbar. Es heißt information, advice, furniture, equipment, news, research, immer ohne S, auch wenn es um mehrere Dinge geht.
So sagst du es richtig: „I need more information, please.” „Can you give me some advice?” Willst du betonen, dass es mehrere Stücke sind, hängst du a piece of davor: „a piece of information”, „two pieces of advice”. Klingt formell, ist im echten Leben aber absolut normal.

Wie du die Korrekturen ins Muskelgedächtnis bekommst
Lesen reicht nicht. Du kennst das Gefühl: Im Stillen weißt du, dass es „I’d like to make an appointment” heißt, aber sobald der Hörer in der Hand ist, springt das alte „become” heraus. Das liegt nicht an deinem Kopf, sondern an deinem Mund. Der hat den richtigen Satz noch nie gesagt.
Mein Trick mit Lernenden ist immer derselbe: laut, kurz, und vor dem echten Anruf. Drei Minuten Rollenspiel reichen.
So sieht das aus:
- Schreib den ersten Satz auf. Genau den, mit dem dein Anruf beginnt.
- Sag ihn fünfmal laut. Nicht murmeln. Hörbar.
- Spiel den Anruf einmal komplett durch, mit dir selbst, mit einer Freundin oder mit einer KI-Tutorin.
- Lass den Fehler sofort korrigieren. Nicht später. Sofort.
- Sag den korrigierten Satz noch einmal laut. Damit dein Mund die neue Version speichert, nicht die alte.
Schritt fünf ist der wichtigste, und der wird zu Hause am häufigsten vergessen. Du brauchst die Korrektur im Mund, nicht nur im Kopf.
Wo du das kostenlos übst (ehrlich, nicht jedes „kostenlos” ist gleich)
Kostenlos Englisch sprechen üben geht heute auf mehreren Wegen, und sie sind nicht gleich gut für Anrufe und Behördenkram:
- Sprach-Tandem-Apps (Tandem, HelloTalk): kostenlos, echte Menschen, aber du musst warten, bis jemand antwortet, und niemand korrigiert dich konsequent.
- YouTube-Shadowing: super für Aussprache, aber kein Gegenüber, keine echten Anrufe, kein Feedback.
- Sprachcafés vor Ort: charmant und kostenlos, aber an Uhrzeiten gebunden, und am Telefon hilft dir Smalltalk wenig.
- KI-Tutor-Apps wie Praktika: rund um die Uhr verfügbar, simulieren echte Telefonate, korrigieren dich beim Sprechen, in deinem Tempo. Der Einstieg ist kostenlos, und du übst genau die Szene, die dir morgen Bauchschmerzen macht.
Ich bin parteiisch, klar. Aber wenn dein Problem konkret ist (ein Anruf, ein Termin, ein Elterngespräch) und du nicht auf einen Tauschpartner warten willst, ist eine kostenlose Konversation mit einer KI-Tutorin der schnellste Weg von „Ich trau mich nicht” zu „Ich hab’s gesagt”.
Wenn du Englisch auch im Job sicherer sprechen willst, lohnt sich der Praktika-Blog als nächste Station. Gleiche Methode, andere Szenen, dieselbe Idee: Fehler laut machen, sofort korrigieren, weiter.

Der Satz, den du heute Abend mitnimmst
Fehler sind nicht das Problem. Fehler, die du nie laut machst, sind das Problem.
Heute Abend, drei Minuten, ein Satz laut. Morgen läuft der Anruf.
Starte jetzt eine kostenlose Konversation auf Englisch und nimm einen der sechs Sätze von oben gleich mit rein.
Fehler, die du nie laut machst, sind das eigentliche Problem.
Tama